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Frasdorf - Die Sektkorken haben wohl nach dem Besuch von Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer nicht geknallt, dafür ist die Frasdorfer Bürgermeisterin viel zu vorsichtig. Als Politprofi weiß sie, dass immer noch gewaltige Hürden beim Ausbau der Autobahn A8 zu nehmen sind. "Doch ich freue mich riesig, dass nun auch offiziell der Bundesverkehrsminister hinter unserer Einhausung für Frasdorf steht", sagt Marianne Steindlmüller.
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Dickes Lob für Planungsdialog
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Dickes Lob für Planungsdialog
Dickes Lob für Planungsdialog
Rosenheim/Landkreis - Es sind 65 Autobahnkilometer, die es in sich haben: Die A8 zwischen Rosenheim und der Landesgrenze ist eine der dichtbefahrendsten Strecken Deutschlands und führt zugleich durch eine der schönsten Landschaften Bayerns. Für Frasdorf und Achenmühle wurden nun in Sachen Lärmschutz Lösungen gefunden, mit denen die Bürger gut leben können - dank des Planungsdialogs, wie bei einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer im Landratsamt alle Beteiligten einhellig erklärten.
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© reisner |
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Der Lärmschutz in Frasdorf (Bild) und Achenmühle wird sich mit dem A8-Ausbau deutlich verbessern. |
Als die Ausbaupläne für die A8 bekannt wurden, waren die Befürchtungen in Achenmühle (Gemeinde Rohrdorf) und Frasdorf groß. Beide Orte werden von der Autobahn buchstäblich zerschnitten. Gestern gab es bei einem Treffen im Rosenheimer Landratsamt zufriedene Gesichter über die Planung, die die Autobahndirektion Südbayern vorgelegt hat: "Eine Superlösung", lobte Frasdorfs Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller, "durchaus positiv für Achenmühle", so Joachim Wiesböck, 2. Bürgermeister von Rohrdorf und "sehr zufriedenstellend" meinte Landrat Josef Neiderhell. In Achenmühle war ursprünglich gar kein Lärmschutz vorgesehen. Dann wurde eine 400 Meter lange Galerie vorgeschlagen. Auf Anregung der Achenmühler ist es nun eine 800-Meter-Lärmschutzwand geworden.
Auch in Frasdorf schlugen die Wogen hoch, als ursprünglich zehn Meter hohe Schallschutzwände geplant wurden. Stattdessen bekommt der Ort nun genau das, was Gemeinde und Bürgerinitiative sich gewünscht haben: Auf einer Strecke von 540 Meter wird die A8 komplett eingehaust, weitere 390 Meter Einhausungen gibt es einspurig. Nun wurde noch ein zusätzlicher Schritt in Sachen Lärmschutz getan: Die Autobahn wird im gesamten Ortsbereich um bis zu fünf Meter tiefer gelegt. Diese Troglösung ermöglicht es auch, dass die beiden Staatsstraßen, die heute unter der Autobahn hindurchlaufen, künftig als Überführungen die A8 queren. Zudem wird die Anschlussstelle weg vom Ort Richtung Osten verlegt.
| "Es hat sich als ausgesprochen klug erwiesen, dass wir vor zwei Jahren in den Planungsdialog eingetreten sind", so das Fazit von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei dem Gespräch mit Autobahndirektion und Gemeindevertretern. "Die Anregungen der Bürger und Gemeinden waren eine gute Grundlage für die Planungen und am Ende gab es ein hohes Maß an Übereinstimmung - bei überschaubaren Preissteigerungen", wie der chronisch klamme Minister erklärte. Auch Daniela Ludwig lobte die Einbindung von Gemeinden und Bürgern: "Der Planungsdialog war keine Alibiveranstaltung, wie vielfach behauptet wurde", so die CSU-Bundestagsabgeordnete. Das Dialogverfahren habe es ermöglicht, den erreichten Lärmschutz noch weiter zu verbessern. Ludwig wies noch einmal darauf hin, dass es ohne den sechsspurigen Ausbau auch keine Verbesserungen in Sachen Lärmschutz gegeben hätte. | ![]() |
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| Zufrieden mit den gefundenen Lösungen: Landrat Josef Neiderhell (links), Verkehrsminister Peter Ramsauer und die CSU-Abgeordnete Daniela Ludwig. |
Doch auch wenn die Planung nun auf Zustimmung stieß, ist unklar, wann die Bagger anrollen werden. Die Autobahndirektion wird die Vorentwurfsplanung für diesen ersten Autobahnabschnitt bis Ende 2012 abschließen. Nach der Prüfung durch das Bundesverkehrsministerium könnte im Frühjahr 2013 mit den Planfeststellungsverfahren begonnen werden, an dessen Ende zwei Jahre später das Baurecht vorliegen wird - sofern nicht dagegen geklagt wird.
Ramsauer hoffte, "dass bei diesem Maß an Konstruktivität und Bürgerbeteiligung solche Klagen nicht zu erwarten sind." Auszuschließen sind sie freilich nicht. Doch selbst wenn das Verfahren zügig durchgezogen werden kann, ist völlig offen, ob dann auch genügend Geld vorhanden ist: "Zur Finanzierbarkeit kann ich heute beim bestem Willen nichts sagen", meinte gestern Ramsauer.
Am Geld hängt auch der Bau der Rosenheimer Westtangente, für die bereits das Baurecht vorliegt. Ob von der zusätzliche Milliarde, die dem Bundesverkehrsetat 2012 zugeschlagen wird, etwas für die Umfahrung übrig bleibt? Den Großteil des Geldes will Ramsauer im Straßenbau für Instandhaltung und den Abschluss laufender Bauprojekte verwenden. Rund 100 Millionen Euro wird der Minister 2012 tatsächlich zur freien Verfügung haben. Wie sie konkret eingesetzt werden, steht noch nicht fest. Er wisse, dass die Westtangente eines der drängendsten Verkehrsprojekte in Bayern sei, meinte Ramsauer. Aber: "Ich verspreche nichts."
Klaus Kuhn/Oberbayerisches Volksblatt
Quelle: OVB-online | Rosenheim Land vom 19.11.2011
